Geschichte

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Der angeführte geschichtliche Überblick ist auf die wesentlichsten Begebenheiten der Firma Böhler reduziert, keineswegs vollständig und im Besonderen auf den Werdegang des Bruckbacherwerkes konzentriert. Faszinierend ist die Tatsache, dass es den verantwortlichen Herren trotz schwieriger wirtschaftlicher Situationen (Jahrhundertwende, die Zeit des ersten Weltkrieges, die Zwischenkriegszeit, die Zeit des zweiten Weltkrieges, der Nachkriegszeit nach 1945) immer gelungen ist, das Bruckbacherwerk zu beschäftigen, auszubauen und somit für die nächste Generation konkurrenzfähig zu erhalten. Dieses Ergebnis konnte und kann nur in enger Zusammenarbeit aller Beteiligten mit kompetenten Vormateriallieferanten und eines gut organisierten Verkaufes, wie man dies bei Böhler vorfindet, erreicht werden.

Die Großfirma BÖHLER nimmt ihren Anfang . . .  

 

1872

Am 7. März kaufen die Gebrüder Böhler die Bruckbacherhütte von der Österreichischen Waffenfabriksgesellschaft.

 

 

1878

Vertretungen wurden in Hamburg, Kopenhagen und

 

 

1879

in Moskau, Petersburg, Kiew und Gleiwitz eingerichtet.

 

 

1882

In Paris wird die "Boehler Freres & Cie" gegründet und in Sheffield die "Böhler Brothers & Co".

 

 

1886

Vertretungen werden in Berlin, Frankfurt am Main, Leipzig, Düsseldorf und Stuttgart errichtet. In Boston wird die erste Überseevertretung in Betrieb genommen.

 

 

1889

Böhlerstahl wird nach Japan geliefert. Der Name Böhler wird zu einem Begriff - der Böhlerstahl genießt inzwischen einen sehr guten Ruf. Die Produktionsmöglichkeiten wurden erweitert.

 

 

1890

Bau der Sophienhütte in Böhlerwerk, ein Hammerwerk wurde errichtet.

 

 

 

1891

Erwerb der K.u.K. priv. Feilen & Gußstahlfabrik von Georg Fischer in Hainfeld.

 

 

1892

Bau einer Werkzeug- und Feilenherstellung im Anschluss an die Sophienhütte in Böhlerwerk. Feilenhauer mit ihren Familien wurden von Hainfeld in Böhlerwerk angesiedelt. In Remscheid wird eine Fabrikationsanlage für Feilen errichtet (Zollumgehung).

 

 

1893

Errichtung eines Stahllagers und eines Verwaltungsgebäudes in Böhlerwerk. Absatzschwierigkeiten für Feilen in Europa. Dazu ein Bericht der niederösterreichischen Handelskammer: Die Sophienhütte, Feilen- u. Walzwerkfabrik in Böhlerwerk und die Stahl-, Walz- und Hammerwerke Rosenau am Sonntagberg (Bruckbacherhütte) sind vorwiegend mit der Ausarbeitung an Erzeugnissen der Gußstahlfabrik Kapfenberg zu Streckstahl, Feilen und Werkzeugen beschäftigt und können ihre Produkte wegen ihrer Güte mühelos absetzen.

 

 

1894

Differenzen mit Kapfenberg führten zu Überlegungen in Waidhofen eine eigene Gußstahlfertigung zu bauen. Da ergab sich die Möglichkeit, das Werk Kapfenberg zu kaufen. Am 24. Jänner wurde die Übergabe beschlossen. Kaufpreis 800.000,- Gulden.

 

 

1895

Bau eines Edelstahlwerkes in Ratibor Oberschlesien, damit der osteuropäische Markt besser bedient werden kann und die Zollbelastungen reduziert werden.

 

 

1896

Die Bruckbacherhütte erhält eine Glüherei und eine Mechanische Werkstätte.

Im Juli, Eröffnung einer Filiale in Budapest. Im Dezember, Eröffnung einer Tochtergesellschaft in Prag.

 

 

1898

Errichtung einer 120 PS starken Dampfstrecke im heutigen Glühereitrakt des Bruckbacherwerkes (4 und 5 Gerüste). Die Firma Böhler entwickelt sich in den Neunzigerjahren vom Handelsunternehmen zum industriellen Großbetrieb.

 

 

1899

Gründung der Gebr. Böhler & Co. AG mit Sitz in Berlin.

Am 18. Oktober stirbt Albert Böhler im Alter von 54 Jahren. Durch sein Ableben scheidet der letzte der drei Gründer der Handelsfirma Gebr. Böhler u. Co aus dem Unternehmen aus.

 

 

1900

Kaufte die Firma Böhler von der österr. Alpine Montangesellschaft das Frischstahlwerk in Kleinreifling. Dieses Werk hatte seit dem Bahnanschluss für die Waidhofner Betriebe große Bedeutung. Der aus reinem Holzkohleroheisen hergestellte Herdfrischstahl war das wichtigste Einwaagematerial für die Tiegelstahlerzeugung.

 

 

1904

Erwerb der St. Ägyder Eisen- und Stahl-Industriegesellschaft.

 

 

1907

Bahnhaltestelle Sonntagberg geht in Betrieb. Der Bahnanschluß, sowie der Schrägaufzug unter der Bundesstraße zur Bruckbacherhütte sind einsatzbereit und der bis dahin mit Pferden durchgeführte Werkstransport wurde eingespart. Errichtung eines Verkaufslagers in Sydney.

 

 

1909

Vertretungen in Buenos Aires und Mexiko werden abgeschlossen.

 

 

1911

Die Jahresproduktion Bruckbach und Böhlerwerk beträgt 6.582 t, der Belegschaftsstand 635 Arbeiter und 54 Angestellte.

 

 

1914

Bau des Stahlwerkes in Düsseldorf.

 

 

1916

"Friedrich und Anna Böhlerstiftung" wird in Kraft gesetzt.

 

 

1917

Bei einem Belegschaftsstand von 698 Arbeiter und 94 Angestellten werden 14.490 t erzeugt (Kriegsproduktion).

 

 

1919

Rücknahme der Belegschaft in Bruckbach aus Beschäftigungsgründen auf 150 Mann.

 

 

1920

Wieder volle Beschäftigung in Bruckbach. Die Liefertermine liegen bei 13 Monaten.

 

 

1922

Stillegung der 120 PS Dampfstrecke in Bruckbach und deren Abbau.

 

 

1923

Der Belegschaftsstand liegt wieder bei 604 Arbeiter und 91 Angestellten. Die Produktion bei 4.650 t.

 

 

1926

Vergesellschaftung des Thurn'schen Stahlwerkes Streitleben (Gustanj Ravne) Jugoslawien.

 

 

1927

Ankauf des Weny Werkes in Waidhofen / Ybbs.

 

 

 

1932

Große Arbeitslosigkeit. Die Walzleistung sinkt auf 99 t Walzstahl und 23 t Zaggel pro Monat. Teilweise wird nur 3 Tage je Woche gearbeitet.

 

 

1936

Es geht wieder aufwärts. Zu dem bestehenden Turbinenantrieb wird ein zusätzlicher 160 KW Asynchronmotor angekauft um die Antriebskraft der Mittel-, und Schnellstrecke zu erhöhen.

 

 

1938

Erwerb der Enzersfelder Metallwerke AG. Kauf der "Wertich - Eisen- und Stahlwalzwerke Aktiengesellschaft" (Gerstl).

 

 

1940

Bau der Lehrwerkstätte für ca. 100 Lehrlinge in Böhlerwerk.

 

 

1942

Zusammenlegung der Gemeinden Sonntagberg und Böhlerwerk zur Großgemeinde Sonntagberg.

 

 

1946

Im Jänner Übergabe der Werke durch die rote Armee an die Arbeiterschaft, im August neuerlich beschlagnahmt, unter USIA-Verwaltung gestellt und durch einen russischen Generaldirektor verwaltet. In Bruckbach wird mit 140 Arbeiter und 8 Angestellten ein Zwischenbetrieb aufrechterhalten.

Verstaatlichung von ca. 70 Industrieunternehmen, darunter fast die gesamte Grundstoffindustrie, sowie die größten Kreditinstitute. Sämtliche Böhlerbetriebe waren davon betroffen.

 

 

1955

Ende der russischen Besatzung.

 

 

1961

Ausbau der Mittelstrecke für das Walzen von Warmband. Ein 800 KW Antriebsmotor, ein Stauchgerüst, ein Umführgerüst und eine Schopfschere wurden investiert. Umbau der Öfen auf Erdgas. Umbau des Bürogebäudes.

 

 

 

1963

In der Schnellstrecke wird eine neue 250 PS Francis Turbine eingebaut.

 

 

1968

Einstellung des Warmwalzbetriebes im alten Gerstlwerk. Die verbleibenden Warmbandwalzungen werden von Bruckbach übernommen. Umbau des bisherigen Holzfluders auf Betonausführung. Umbau des Sozialgebäudes.

 

 

1974

Verlegung der Rohmaterialvorbereitung. Einstellung des Bremsberges, Umstellung auf LKW-Transport.

 

 

1975

Verlängerung der Adjustagehalle und Verlegung der Beizerei.

 

 

1978

Beginn des Umbaus der Walzwerkshalle.

 

 

1980

Baubeginn der neuen Adjustagehalle.

 

1989

Aufstockung des Bürogebäudes und Übernahme des gesamten Verkaufes nach Bruckbach. Mechanisierung des Blockofens mittels Manipulator.

 

 

1990

Neugestaltung der Werkseinfahrt und Einsatz der Walzwerksmanipulatoren.

 

 

1991

Das Fertiglager wird zu einem Hochlager mit Seitenstaplerzugriff umgebaut. Die Ziehereihalle wird errichtet und die Produktion von gezogenem Stabstahl aufgenommen.

 

 

1995

Das Bruckbacherwerk wird eigenständige Firma die "Böhler Profil GmbH". Die bisher zentral geführten Stabsstellen wie Einkauf, Techn. Abteilung, Allgemeine Verwaltung, Buchhaltung, Versand, EDV und Personalbüro werden in Eigenverantwortung am Werk durchgeführt. In Zusammenarbeit mit einer Beratungsfirma werden Maßnahmen und Investitionspunkte nach wirtschaftlichen und kaufmännischen Überlegungen festgelegt, in einem "TOP-Programm" festgehalten, realisiert und umgesetzt. Diese tiefgreifenden Veränderungen waren zur Erhaltung des Bruckbacherwerkes notwendig und garantieren der gesamten Belegschaft einen sicheren Arbeitplatz.

 

 

2000

Das Projekt „Wendemesser aus Kontilinienproduktion“ wurde gestartet.

 

 

2003

Nach Investition in eine Kontiwalzlinie und eine Finalisierungslinie konnten die ersten Lieferungen von Wendemessern an die amerikanische Spanplattenindustrie durchgeführt werden.

 

 

2005

Durch die steigenden Stückzahlen und der Vielfalt an Profil- und Werkstofftypen wurde Ende 2005 der Entschluss  für den Ausbau im Bereich Profilierung getroffen.

 

 

2007

Die neu errichtete Finalisierungslinie II und eine Kontrollstrecke wurden in Betrieb genommen.

 

 

 


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